Wissenschaftliches Schreiben gehört zu den grundlegenden Kompetenzen im Studium. Es unterscheidet sich von der Alltagssprache und dient dazu, Inhalte sachlich und nachvollziehbar darzustellen. Aussagen müssen begründet und verwendete Quellen korrekt angegeben werden. Die folgenden Hinweise zeigen, worauf es beim wissenschaftlichen Schreiben ankommt und welche typischen Fehler vermieden werden sollten.
Wissenschaftlich schreiben – klar formulieren und wissenschaftliche Standards einhalten
Wissenschaftliche Texte benötigen keine komplizierten Formulierungen oder möglichst langen Sätze. Entscheidend ist eine präzise und verständliche Sprache, die fachliche Zusammenhänge eindeutig wiedergibt. Argumente müssen nachvollziehbar entwickelt und Aussagen mit geeigneten wissenschaftlichen Quellen belegt werden.
Neben Literaturrecherche und Aufbau gehört die sprachliche Gestaltung zu den wesentlichen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit. Ein klarer Schreibstil erleichtert das Verständnis und unterstützt eine nachvollziehbare Argumentation. Fachbegriffe sollten korrekt verwendet und Formulierungen möglichst eindeutig gewählt werden.
Was wissenschaftliches Schreiben auszeichnet
Wissenschaftliche Texte unterscheiden sich von journalistischen oder erzählenden Texten. Sie untersuchen eine Fragestellung systematisch und auf Grundlage fachlicher Erkenntnisse. Sachlichkeit, Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Eigene Schlussfolgerungen müssen aus der Argumentation und den verwendeten Quellen nachvollziehbar hervorgehen. Aussagen müssen präzise formuliert und unbelegte Behauptungen vermieden werden. Eine klare Argumentation und sorgfältige Quellenarbeit gehören daher zu den wesentlichen Merkmalen wissenschaftlicher Texte.

Wissenschaftliches Schreiben erfordert Konzentration, eine gute Arbeitsorganisation und manchmal etwas Geduld – auch wenn die Katze lieber im Mittelpunkt stehen möchte.
Präzise und verständlich formulieren
Wissenschaftliche Texte müssen nicht kompliziert klingen. Verständliche Formulierungen, eindeutige Aussagen und ein klarer Satzbau erleichtern die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte.
Unnötig verschachtelte Sätze erschweren das Lesen und können zu Missverständnissen führen. Gedanken müssen nachvollziehbar entwickelt und komplexe Sachverhalte möglichst klar erklärt werden. Fachbegriffe sind dort sinnvoll, wo sie für eine präzise Darstellung erforderlich sind. Auf unnötigen Fachjargon sollte dagegen verzichtet werden.
Kompakt schreiben und Füllwörter vermeiden
Inhalte künstlich in die Länge zu ziehen, verbessert eine wissenschaftliche Arbeit nicht. Lange Einleitungen, Wiederholungen und unnötige Ausschmückungen erschweren das Verständnis und lenken vom eigentlichen Thema ab.
Füllwörter sollten bewusst reduziert werden. Wörter wie „eigentlich“, „gewissermaßen“, „sozusagen“, „letztendlich“ oder „im Grunde“ sind häufig entbehrlich. Bei der Überarbeitung eines Textes lassen sich solche Formulierungen erkennen und gegebenenfalls streichen.
Den roten Faden entwickeln
Eine wissenschaftliche Arbeit folgt einer klaren Struktur. Die einzelnen Abschnitte bauen aufeinander auf und tragen zur Beantwortung der Forschungsfrage bei. Dieser logische Zusammenhang wird als „roter Faden“ bezeichnet.
Bereits bei der Gliederung muss darauf geachtet werden, dass die Kapitel sinnvoll aufeinander aufbauen. Innerhalb der einzelnen Abschnitte machen verständliche Übergänge den Gedankengang nachvollziehbar. Jeder Absatz behandelt einen eigenen Schwerpunkt und leitet logisch zum nächsten über.

Eine klar strukturierte Gliederung, nachvollziehbare Argumentation und korrekt zitierte Quellen bilden die Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten.
Einheitlich zitieren und wissenschaftliche Standards beachten
Wissenschaftliche Aussagen müssen nachvollziehbar sein. Verwendete Quellen sind korrekt zu zitieren. Einige Hochschulen oder Studiengänge schreiben einen bestimmten Zitierstil vor, während andere den Studierenden die Wahl lassen. In letzterem Fall muss ein geeigneter Zitierstil gewählt und innerhalb der gesamten Arbeit konsequent angewendet werden. Verbreitet sind APA, Harvard oder die deutsche Zitierweise.
Quellenangaben, Literaturverzeichnis und Zitate müssen entsprechend den Regeln des gewählten oder vorgegebenen Zitierstils gestaltet werden. Eine einheitliche Zitierweise erleichtert die Nachvollziehbarkeit der verwendeten Quellen und vermeidet formale Fehler.
Gendern oder nicht gendern?
Ob in wissenschaftlichen Arbeiten gegendert werden soll, hängt von den Vorgaben der Hochschule, des Fachbereichs oder der betreuenden Lehrperson ab. Manche Hochschulen empfehlen gendergerechte Sprache ausdrücklich, andere überlassen die Entscheidung den Studierenden.
Unabhängig von der gewählten Schreibweise ist eine einheitliche Verwendung wichtig. Wer sich für eine bestimmte Form entscheidet, sollte diese in der gesamten wissenschaftlichen Arbeit konsequent beibehalten.
Je nach Vorgaben der Hochschule kann zusätzlich ein Hinweis zur verwendeten Sprachform erforderlich oder sinnvoll sein. Wird auf gendergerechte Formulierungen verzichtet oder eine Personenbezeichnung stellvertretend für alle Geschlechter verwendet, kann dies zu Beginn der Arbeit kurz erläutert werden.
Häufige sprachliche Fehler vermeiden
Sprachliche Schwächen können die Verständlichkeit einer wissenschaftlichen Arbeit beeinträchtigen. Dazu gehören Wiederholungen, unklare Formulierungen, sehr lange Sätze oder ein uneinheitlicher Schreibstil. Umgangssprache, unbegründete Wertungen und ungenaue Begriffe müssen vermieden werden.
Eine sorgfältige Überarbeitung gehört zum Schreibprozess. Wer den fertigen Text mit etwas zeitlichem Abstand erneut liest oder von einer zweiten Person gegenlesen lässt, kann Fehler und unklare Formulierungen gezielt erkennen und korrigieren.
Hilfreich kann es sein, die Arbeit auszudrucken und auf Papier zu lesen. Durch die veränderte Darstellung können Fehler, Wiederholungen, Füllwörter und ungünstige Formulierungen auffallen, die beim Lesen am Bildschirm übersehen wurden.